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Datenleck bei Kantonen

13 der 26 Schweizer Kantone liefern aktiv Daten ihrer Bürger an ausländische Unternehmen, bemängelt der K-Tipp. Die Kantone Nidwalden, Obwalden und Uri, die ihren Webauftritt mit i-web betreiben, gehören nicht dazu.

Analysieren die schweizerischen Kantone das Surfverhalten der Besucherinnen und Benutzer ihres Webauftritts? Diese Frage untersuchte das Konsumentenmagazin K-Tipp. Das Ergebnis ist ernüchternd:

13 liefern Bürgerdaten ins Ausland


Die Kantone Aargau, Fribourg, Genf, Graubünden, Jura, St. Gallen, Tessin, Waadt und Wallis nutzen Google Analytics. Sie lieferten die Daten ihrer Bürger hiermit an Google in den USA, bilanziert Christian Birmele im K-Tipp. Die Kantone Graubünden, Jura und Thurgau speicherten zudem ihre Websites teils bei Amazon. Amazon zeichne dabei alle Besucher-Bewegungen auf. Auch der Kanton Luzern und Basel-Stadt nutzten Analysetools im Ausland.

Personenprofile mit heiklen Daten


Auf den Kantons-Websites suchen Bürger zum Beispiel nach Informationen zum Scheidungs- oder Betreibungsverfahren, oder sie laden ein Sozialhilfe-Antragsformular herunter. Die Kantonspolizei Graubünden bietet sogar eine Plattform zur Online-Zahlung von Ordnungsbussen. Tatsächlich ist auch auf dieser Plattform Google Analytics im Einsatz.

Statistik-Dienste wie Google-Analytics zeichneten zusammen mit den Informationen zum Verhalten der Benutzer/-innen bisher auch deren IP-Adresse auf. Die IP-Adresse gilt als Personendatum. Sie ermöglicht den Firmen, deren Geschäftsmodell auf Datensammlungen basiert, ein „Profiling“, also ein Zusammenführen von Informationen über das Surfverhalten einer Person über verschiedenste Dienste und Websites hinweg.

Bürgerdaten als Gegenleistung


Instrumente wie Google Analytics lassen sich besonders einfach und ohne eigenen Entwicklungsaufwand handhaben. Dafür lesen die ausländischen Anbieter dieser Tools die Daten mit. Sie stellen den Kantonen die webstatistischen Analysen kostenlos zur Verfügung. Dafür verkaufen sie „die in der Schweiz erhobenen Daten an Werbefirmen weiter“, so erläutert der K-Tipp das Geschäftsmodell.

Doch es geht auch anders:

Anonymisierte Datenerhebung ohne Mit-Leser


13 Schweizer Kantone erhalten in der Analyse des K-Tipps in Sachen Datenschutz die Note „mangelhaft“. Die anderen erhalten die Note „gut“. Zu Letzteren gehören auch Nidwalden, Obwalden und Uri, die für ihren Webauftritt das KantoneWeb der i-web nutzen.

Mit dem KantoneWeb der i-web erhalten die Kantone ein Statistik-Instrument, das zusammen mit dem Webauftritt auf Servern in der Schweiz betrieben wird. Keine Dritten haben Zugriff auf die Besucherdaten. Die Besucherdaten werden nicht weiterverkauft. Zudem werden die Daten anonymisiert.

Autonome Entscheidung


Zusätzlich erhalten Besucher/-innen auf den Websites der i-web-Kunden seit Kurzem die Möglichkeit, die Datensammlung abzulehnen. So wird der neuen europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) Rechnung getragen. Ein Grundsatz der DSGVO besteht nämlich darin, dass die Betroffenen, also die Benutzer/-innen, über die Verwendung ihrer Daten immer selber entscheiden sollen.


Mehr Informationen:
Christian Birmele: Privatsphäre: Kantone liefern Bürgerdaten an US-Konzerne, K-Tipp 09/2018, 8. Mai 201810. April 2018

Datum der Neuigkeit 26. Mai 2018

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