24.04.2017 19:18:41


Dreikönigslösung und Apps: „Die Fallzahlen werden noch einmal deutlich steigen“


Optimaler Kundenservice und effiziente, prozessorientierte Geschäftsabwicklung: Der Online-Schalter Plus, die Schnittstellen der Dreikönigslösung und das mobile eGovCenter bringen die Gemeinde Goldach diesen Zielen näher.

Bild Richard Falk
Richard Falk, Leiter des Ressort IT der Netz SG und Gemeinderatsschreiber der i-web.ch-Kundin Goldach: „Die Digitalisierung ist eine gute Gelegenheit, um die eigenen Prozesse zu verbessern und zu vereinfachen. “



Sie sind seit vielen Jahren in der St. Galler eGovernment-Strategie engagiert. Welches ist Ihre persönliche Vision für das eGovernment?
Einerseits ist es an der Zeit, dass wir in der Verwaltung die modernen Möglichkeiten der Informationstechnologie integrieren und den EinwohnerInnen unsere Dienstleistungen online anbieten. Andererseits sollte die Verwaltung die Geschäfte aus dem Online-Schalter möglichst einfach übernehmen und direkt online verarbeiten können. Das ist schneller und einfacher, und die Fehlerquote wird reduziert. Sehr wichtig ist mir zudem, dass wir prozessorientiert arbeiten.

Ist eine solche Arbeitsweise bei Ihnen ansatzweise schon vorhanden?
Im Projekt Online-Schalter-Plus zusammen mit i-web.ch wird dieser Ansatz realisiert. Dabei wird der Online-Schalter erweitert und prozessorientiert verlängert. Zum Beispiel bei Online-Anträgen für ein Gastwirtschaftpatent, bei Online-Bestellungen eines Handlungsfähigkeitszeugnisses und bei Online-Veranstaltungsbewilligungs-Gesuchen. Im Einbürgerungsprozess mit dem Einbürgerungs-Modul der i-web.ch ist der Ansatz sogar bereits weitgehend Realität.

Bringt die Dreikönigslösung der Firmen VRSG, CMI und i-web.ch Sie Ihrer Vision näher?
Ja. Die Dreikönigslösung ermöglicht den Mitarbeitenden den Gesamtüberblick, was in der Verwaltung ansteht. Alle eingetroffenen Online- Dienste durchlaufen dabei das eGovCenter. Je nach Art des Dienstes wird in der Geschäftsverwaltung ein Geschäft eröffnet. Bei einem Baubewilligungsgesuch zum Beispiel ist das sicher nötig. Alles, was in den Gemeinderat muss, muss auch in die Geschäftsverwaltung. Für kleinere Geschäfte wie die Bestellung eines Handlungsfähigkeitszeugnisses braucht es dagegen nicht unbedingt ein Geschäft. Auch sie müssen jedoch das eGovCenter durchlaufen. Und auch hier müssen die Systeme miteinander kommunizieren können. Dabei braucht es alle Partner dieser Dreikönigslösung: i-web.ch bringt den externen Teil, das Frontend, und damit die Verbindung zum Endkunden. Und oft auch die Prozessapplikation. Die VRSG bringen die Einwohnerdaten und viele weitere Gemeindedaten, die sie für uns gespeichert haben. Und CMI bringt das Geschäftsverwaltungssystem, das die Geschäfte zusammenführt.

Sehen Sie auch bei der Todesfallverwaltung ein Einsatzgebiet für die Dreikönigslösung?
Die Todesfallverwaltung ist für mich ein Spezialfall: Diesen Prozess wird man wohl nie vollständig elektronisch abwickeln können. Die Angehörigen sind in einem Ausnahmezustand und brauchen eine persönliche Beratung. Verwaltungsintern ist aber auch hier eGovernment gefragt. Mit dem Todesverwaltungs-Modul der i-web.ch können wir den gesamten Prozess elektronisch abwickeln. Es automatisiert viele Abläufe. Die vielen internen und externen Beteiligten und Betroffenen werden automatisch durch das System benachrichtigt. Am Ende der Teilprozesse erzeugt die Applikation automatisch zum Beispiel die Todesmeldung und einen allfälligen Urnenvertrag mit Angehörigen. Künftig brauchen wir auch Schnittstellen, um zum Beispiel die Personendaten aus der Einwohnerkontrolle automatisch ins Todesverwaltungs- Modul zu übernehmen.

Sie sagten, Sie sehen beim Baugesuch eine wichtige Aufgabe für die Dreikönigslösung.
Ja. Hier ist ein Projekt geplant mit i-web.ch. Die elektronische Abwicklung von Baugesuchen hat auch beim Bund und beim Kanton eine hohe Priorität. Die Verfahren sind kompliziert. Mehrere Staatsebenen sind involviert. Und für die Gesuchsteller ist der Ablauf oft wenig transparent. Mit einer elektronischen Baulösung kann man ihnen Rückmeldungen ins Bürgerkonto geben, damit sie wissen, bei welcher Instanz das Gesuch gerade liegt.

Auch für die Verwaltung ist es natürlich eine grosse Erleichterung, wenn wir die Baugesuchs-Unterlagen künftig elektronisch an den Kanton weiterschicken können, anstatt stapelweise Kopien anzufertigen. Aufgrund der unterschiedlichen Abläufe und der verschiedenen Verfahren wird es anspruchsvoll sein, die Prozesse zu modellieren, um sie elektronisch abzubilden. Andererseits ist die Digitalisierung auch immer eine gute Gelegenheit, um die eigenen Prozesse zu verbessern und zu vereinfachen.

Inzwischen verlagert sich die Welt des Internets ja vermehrt auf mobile
Geräte. Wo sehen Sie hier die Zukunft für die Gemeinde Goldach?

Für uns ist es eine grosse Chance, dass wir die App mit i-web.ch realisieren können, mit der wir bereits die Online-Dienste im Internetauftritt betreiben. So wird es möglich, die Online-Dienste ohne zusätzliche Schnittstellen auch Smartphone-tauglich zu machen. Vor allem die kleinen Geschäfte lassen sich auf dem Smartphone leicht erledigen: Ein Handlungsfähigkeitszeugnis bestellen. Eine GA-Tageskarte reservieren. Wenn man zuerst den Computer hochfahren müsste, greift man lieber zum Telefon. Wenn man hingegen ein Tablet oder Smartphone zur Hand hat, kann man solche Geschäfte via App bequem zum Beispiel auf dem Arbeitsweg erledigen. Man ist nun nicht nur zeitlich, sondern auch örtlich völlig unabhängig. Dadurch werden die Fallzahlen sicher noch einmal deutlich steigen. Umso interessanter ist dann für die Verwaltung der Online-Schalter-Plus, von dem wir eingangs sprachen, damit wir die Prozesse elektronisch weiterverarbeiten können.

Weitere Informationen:
www.goldach.ch



i-web.ch-Produkte in Goldach:


• Webauftritt, Online-Schalter, Bürgerkonto
• Notify, Reminder
• GA-Reservationen, Reservations- und Bewirtschaftungssystem (RBS)
• SuisseID-Login, i-Payment
• Kommunikationsplattform ExtraNet
• Einbürgerungs-Modul
• Todesfall-/Friedhofverwaltung


Zukunftsweisende Lösung für die Geschäftsverwaltung


Die Dreikönigslösung verbindet drei der führenden Dienstleister für öffentliche Verwaltungen in einer zukunftsweisenden Partnerschaft, die vor allem für die Kunden einen klaren Mehrwert schafft. Am 6. Januar 2012, dem Dreikönigstag, wurde die strategische Kooperation von i-web.ch, CM Informatik AG und Verwaltungsrechenzentrum St. Gallen angekündigt. Damit bündeln die drei Firmen ihre jeweilige Fachkompetenz und legen die Basis für ein innovatives Gesamtsystem im Bereich Geschäftsverwaltung und eGovernment. Für ein benutzerfreundliches Internetportal sorgt i-web.ch mit ihrem eGovCenter mit Online-Schalter, News-Abos, Extranet und zahlreichen eGovApplikationen wie Reservationssystemen, Einbürgerungs- und Bewilligungs-Modulen, Hundekontrolle und Todesfallverwaltung. Damit kann die Bevölkerung online Dienstleistungen der Gemeinden nutzen und Verwaltungsmitarbeitende können Geschäfte einsehen und interaktiv bearbeiten. Die sichere und effiziente Abwicklung der online initiierten Prozesse garantiert die VRSG mit ihren Fachapplikationen in den Bereichen Finanzen, Steuern und Personen. Die Bedürfnisse der Gemeinden im Bereich Geschäftsverwaltung decken die bewährten Produkte CMI Axioma und CMI Konsul ab.